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Ing. Carl Wurmb (geb. Neumarkt im Hausruck, 18.11.1950, gest. Wien, 30.01.1907)

Der Erbauer der Murtalbahn, Dr. h. c. Ing. Carl Wurmb, kann zwar nicht als Murauer bezeichnet werden, doch die Familie Wurmb erwarb in Murau den sogenannten Lindenhof nahe beim Freibad als Sommersitz. Daher wird dieses Gebäude heute noch als Wumb-Villa bezeichnet.

Carl Wurmb, geboren am 18. November 1850 in Neumarkt im Hausruck, Oberösterreich, studierte an der Technischen Hochschule in Zürich und erhielt nach Abschluss seines Studiums seine erste Beschäftigung als Ingenieurassistent bei der Südbahn.

Planungsarbeiten für die Trassierung der Brennerbahn und der Pusterwaldbahn sowie als Bauführer beim Bau der Strecke Villach – Tarvis waren seine ersten Aufgaben. In späteren Jahren war er als Bediensteter der Generalinspektion der Österreichischen Eisenbahnen an der Trassierung der Predilbahn, der Linie Laibach – Karlstadt, der Salzkammergutbahn und der Arlbergbahn maßgeblich beteiligt.

Im Jahr 1892 wurde Ing. Wurmb zum Direktor der Steiermärkischen Landesbahnen und 1894 als Hofrat zum Generalinspektor des österreichischen Lokalbahnwesens berufen. In diesem Jahr erfolgte auch der Bau der 76 km langen Murtalbahn von Unzmarkt bis Mauterndorf, und zwar in nur 316 Arbeitstagen. In dieser kurzen Zeitspanne arbeiteten angeblich an die 3.000 Beschäftigte und errichteten insgesamt 12 Bahnhöfe, 14 Haltestellen und drei Tunnels. Die Stadt Murau ehrte mit Sitzungsbeschluss vom 12. Mai 1894 den damaligen k. k. Ministerialrat im k. k. Handelsministerium Carl Wurmb, mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft, und zwar „in dankbarer Anerkennung und Würdigung seiner großen Verdienste um das Zustandekommen der Murtalbahn, von der ersten Idee bis zur Vollendung derselben“.

Auf Grund seiner vielen Erfahrungen und erfolgreichen Projekte wurde er 1901 zum Sektionschef im Eisenbahnministerium und zum Eisenbahndirektor für sämtliche Bahnen im alten Österreich bestellt. Damit umfasste sein neuer Aufgabenbereich die Errichtung von Bahnlinien in der gesamten Monarchie. Er gilt somit schlechthin als der Erbauer der österreichischen Alpenbahnen. Folgende Bahnlinien waren von ihm vorgesehen: die Tauernbahn, die Karawankenbahn, die Wocheinerbahn, die Linie Görz-Triest, die Phyrnbahn, die Bahnstrecke Hartberg-Friedberg und einige Bahnen in Galizien. Diese neuen Alpenbahnen hatten eine Länge von 340 Kilometer und benötigten insgesamt 52 Kilometer Tunnels.

Der am 6. Juli 1901 begonnene Bau der Tauernbahn bracht jedoch große technische Schwierigkeiten wegen der Wassereinbrüche, Erdrutschungen und Felsstürze, so dass sich der Bau verzögerte, volle acht Jahre dauerte und sich dadurch auf verteuerte. Diese Umstände verursachten im Jahr 1905 im Abgeordnetenhaus des Reichsrates arge Kritik, so dass Wurmb verärgert und gekränkt um seine Pensionierung ansuchte. Eine Genugtuung wurde im jedoch vom Professorenkollegium der Technischen Hochschule in Wien zuteil: Ing. Wurmb erhielt am 19. Juli 1906 das Ehrendoktorat verliehen.

Als Pensionist kaufte Dr. h.c. Ing. Wurmb das Anwesen Wisenegg in Obertauern am Radstädter Tauernpass und baute es zu einem Hotel aus. Doch seinen Ruhestand genoss er nur kurze Zeit. Am 30. Jänner 1907 verstarb er plötzlich in Wien an einer Lungenentzündung. Die Stadt Murau errichtete im Jahr 1954 anlässlich des 60jährigen Bestandes der Murtalbahn eine kleine Büste aus Bronze zu Ehren des Erbauers der Murtalbahn.